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Seelsorge in der Rheinmoselfachklinik und in der Klinik Nette-Gut

Administrator (admin) on Oct 03 2019

Liebe Leserinnen und Leser,

Pfarrer Rademacher hat mich gebeten etwas über die Seelsorge in der Rheinmoselfachklinik und in der Klinik Nette-Gut zu schreiben. Ich arbeite mit 50% in diesen beiden Einrichtungen und mit 50% in der evangelischen Kirchengemeinde Andernach. Auch in meiner Eigenschaft als Gemeindepfarrer mache ich Besuche im Stiftshospital in Andernach - und bin jedes Mal überrascht, dass ich das ganz anders erlebe als meine Besuche in den beiden oben genannten Krankenhäusern. Krankenhausseelsorge ist etwas Anderes als Krankenseelsorge. Professioneller Seelsorge liegt immer ein Auftrag zugrunde. Im Stiftshospital etwa Frau A oder Herrn B zu besuchen. Wenn ich dann Frau C begegne und sich ein Gespräch ergibt ist das schön, doch dann gehe ich wieder zu meiner Arbeit als Gemeindepfarrer zurück.

 

Ganz anders in den beiden Einrichtungen, in denen ich als Seelsorger zuständig bin. Natürlich habe ich da auch einzelne Menschen im Blick, doch gleichermaßen die ganze Institution, mit all den Menschen, die da als Kranke verweilen, im Heimbereich leben, da arbeiten, als Besucher und Gäste kommen.

Was heißt das konkret? Zusammen mit den katholischen Kolleginnen feiern wir Gottesdienste. Jeden Samstag im Nette-Gut (nicht öffentlich), jeden Sonntag in der Klinikkirche (öffentlich) und unter der Woche im Heimbereich (begrenzt öffentlich). In speziellen Gottesdiensten begehen wir die anstehenden Kasualien, insbesondere Trauerfeiern und Beerdigungen.

Gemeinsam verantworten wir den Ethikunterricht in der Krankenpflegeschule, immerhin ca. 160 Stunden im Jahr.

Wir geben einen Gemeindebrief heraus, in dem wir über Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen und uns informieren.

Wir machen Ausflüge und Fahrten mit den PatientInnen, teilweise auch den Mitarbeitenden (time-out statt burn-out) und begleiten insbesondere PatientInnen aus dem Nette-Gut bei Ausführungen.

Im Nette-Gut existiert ein Pastoralrat, in dem Mitarbeitende und im Ruhestand befindliche Mitarbeitende aktiv sind, der bei der Planung und Durchführung solcher Aktionen hilft.

Wichtig für die Seelsorge ist auch der Kontakt zu den in der Leitung wirkenden Männern und Frauen, insbesondere den Direktorien.

Um Sie nicht zu langweilen, will ich nur noch die Mitwirkung in ethischen Fallbesprechungen erwähnen.

Seelsorge im engeren Sinn ereignet sich in Gruppenangeboten und im Einzelkontakt. Im Regelfall im Rahmen eines Gesprächs. Doch dazu können auch Beten, Singen, Segnen, Vorlesen.... gehören.

Für mich steht immer die Frage Jesu im Vordergrund: " Was willst du, dass ich dir tun soll?" Wenn ich das wahrnehmen kann, versuche ich darauf einzugehen. Ein Mensch, der für ein oder zwei Wochen nach einem Schlaganfall auf der Neurologie liegt, ist in einer anderen Situation als ein Mensch, der bei guter körperlicher Gesundheit seit 25 Jahren im Nette-Gut ist. Seelsorge ist ein Kontakt, eine Begegnung im Auftrag der Kirche. Sie wird nicht dokumentiert. Sie ist ein Stück Normalität und Freiheit. Im Zentrum steht die Begegnung zwischen zwei Menschen im Namen Gottes. Auch wenn Gott nicht genannt wird, so ist er doch aus Sicht des Patienten in der Rolle des Seelsorgers präsent. Der Verweis auf Gott, die Freiheit im seelsorgerlichen Kontakt (ich habe keinen speziellen Behandlungsauftrag) - darin liegt die Chance der Seelsorge. Und das unterscheidet uns von allen anderen Berufsgruppen, die im Krankenhaus tätig sind. Zur Zeit läuft eine große Studie zur Wirksamkeit von Seelsorge. Was wirkt in der Seelsorge? Ich denke es sind zwei Dinge: der mehr oder weniger explizite Verweis auf Gott und zum andern die Erfahrung, dass eine Beziehung, wenn auch zeitlich begrenzt, gelingen kann, dass im seelsorgerlichen Kontakt Menschen zu sich selbst finden können und daraus Hoffnung, Trost und Lebensenergie entwickeln können.

 

Mit freundlichen Grüßen

Pfarrer Jürgen Gundalin

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Diese Seite wurde zuletzt geändert 27.03.2020 um 12:20 GMT, + 2 Stunde = MEZ.


 

Liebe Leserinnen und Leser,

Pfarrer Rademacher hat mich gebeten etwas über die Seelsorge in der Rheinmoselfachklinik und in der Klinik Nette-Gut zu schreiben. Ich arbeite mit 50% in diesen beiden Einrichtungen und mit 50% in der evangelischen Kirchengemeinde Andernach. Auch in meiner Eigenschaft als Gemeindepfarrer mache ich Besuche im Stiftshospital in Andernach - und bin jedes Mal überrascht, dass ich das ganz anders erlebe als meine Besuche in den beiden oben genannten Krankenhäusern. Krankenhausseelsorge ist etwas Anderes als Krankenseelsorge. Professioneller Seelsorge liegt immer ein Auftrag zugrunde. Im Stiftshospital etwa Frau A oder Herrn B zu besuchen. Wenn ich dann Frau C begegne und sich ein Gespräch ergibt ist das schön, doch dann gehe ich wieder zu meiner Arbeit als Gemeindepfarrer zurück.

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